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Arkologien und andere Megastrukturen¶
Angel City wächst nicht nur in die Breite. Wo Bauland, Sicherheit und Kontrolle teuer werden, bauen die Konzerne nach oben, nach unten und weit über die bisherigen Grenzen der Stadt hinaus.
Arkologien vereinen Arbeitsplätze, Wohnungen, Kliniken, Schulen, Einkaufszentren und eigene Versorgungssysteme in gewaltigen, abgeschlossenen Komplexen. Ihre Bewohner können jahrelang leben, ohne die Anlage verlassen zu müssen. Für Mitarbeiter bedeuten sie Komfort, Schutz und eine planbare Zukunft. Für die Konzerne bedeuten sie kurze Wege, zuverlässige Arbeitskräfte und vollständige Kontrolle über nahezu jeden Teil des Alltags.
Daneben prägen Raumlifte, Agroplexe, Festungen, Studiokomplexe und künstliche Inseln das Bild der Metropole. Diese Bauwerke sind keine gewöhnlichen Gebäude. Sie sind Firmensitze, Produktionsanlagen, Wohnorte, Symbole und Machtinstrumente zugleich. Jedes von ihnen folgt der Vision seines Eigentümers und besitzt eigene Regeln, Sicherheitskräfte und verborgene Bereiche.
Für Runner sind diese Megastrukturen besonders lohnende und gefährliche Einsatzorte. Hinter öffentlichen Besucherzentren, luxuriösen Wohnquartieren und makellosen Fassaden liegen abgeschirmte Labore, Rechenzentren, Kommandoebenen und Versorgungssysteme, deren Ausfall ganze Stadtteile erschüttern kann.
Aegis Spire¶

Der Aegis Spire ist die wichtigste Datenarkologie von Angel City und zugleich Hauptsitz von Aegis Data Systems an der Westküste. Mehrere violett beleuchtete Türme, verglaste Übergänge und fensterlose Serverblöcke bilden einen geschlossenen Stadtteil für Entwickler, Analysten, Sicherheitsforscher und ihre Familien.
Die Arkologie wirkt jung, offen und modern. Geometrische Gärten, Cafés, Lernräume und rund um die Uhr geöffnete Arbeitsbereiche vermitteln kreative Freiheit. Tatsächlich wird jede Bewegung, Kommunikation und Entscheidung erfasst, bewertet und langfristig gespeichert.
Öffentliche Ebenen¶
Die unteren Ebenen enthalten Empfangshallen, Einkaufszonen, Konferenzzentren und Ausstellungen neuer Aegis-Produkte. Besucher sehen intelligente Wohnungen, autonome Assistenten und sichere Netzwerke, die den Alltag nahezu vollständig organisieren.
Zwischen den Türmen liegen begrünte Innenhöfe, Sportanlagen und offene Arbeitsräume. Viele Bereiche sind bewusst informell gestaltet, damit Mitarbeiter jederzeit Ideen austauschen und Projekte beginnen können. Jede dieser Ideen gehört laut Vertrag bereits Aegis.
Arbeiten und Forschen¶
In den mittleren Ebenen liegen Entwicklungsabteilungen, Rechenzentren und Schulungsbereiche. Teams arbeiten an Betriebssystemen, Überwachungstechnik, künstlicher Intelligenz und Netzwerksicherheit. Projekte werden streng voneinander getrennt, sodass selbst leitende Mitarbeiter oft nur einen Teil des Gesamtzwecks kennen.
Besonders sensible Bereiche sind nur über wechselnde Zugangsrechte erreichbar. Einige Labore besitzen keine Fenster, keine öffentlichen Pläne und keine direkte Verbindung zu den regulären Aufzügen. Gerüchte sprechen von autonomen KIs, manipulierten Identitätsnetzen und Systemen, die ganze Stadtviertel ohne menschliche Kontrolle verwalten können.
Wohnen im Spire¶
Mitarbeiter wohnen in kompakten, vollständig vernetzten Appartements. Beleuchtung, Klima, Ernährung und Unterhaltung passen sich automatisch an Leistung, Gesundheit und persönliche Vorlieben an. Familien erhalten Schulen, Kliniken und Freizeitangebote innerhalb der Arkologie.
Die Wohnungen sind komfortabel, aber kaum privat. Sprachassistenten, Haushaltsgeräte und Gebäudesensoren sammeln fortlaufend Daten. Aegis bezeichnet dies als freiwilliges Optimierungsprogramm, das Burn-out, Krankheiten und illoyales Verhalten frühzeitig erkennen soll.
Daten und Infrastruktur¶
Unterhalb der sichtbaren Türme liegen gewaltige Serverhallen, Kühlanlagen und abgeschirmte Datenarchive. Ein erheblicher Teil des Verkehrs, der Identitätsverwaltung und der Unternehmensnetze von Angel City läuft durch diese Systeme.
Die tiefsten Ebenen sind physisch vom öffentlichen Netz getrennt. Dort lagern Sicherungskopien, Zugriffsschlüssel und Informationen, deren Verlust ganze Konzerne oder Behörden handlungsunfähig machen könnte. Einige Bereiche werden nur von Robotern betreten.
Sicherheit und Kontrolle¶
Die Sicherheit ist unauffällig, aber nahezu lückenlos. Kameras sind in Beleuchtung, Glasflächen und Dekoration integriert. Türen, Aufzüge und Terminals reagieren auf biometrische Merkmale, Arbeitsleistung und aktuelle Risikobewertungen.
Uniformierte Wachen sind selten sichtbar. Stattdessen greifen automatische Sperren, Drohnen und zivile Sicherheitsteams ein, bevor ein Problem öffentlich wird. Ein Besucher kann sich frei bewegen, solange das System keinen Grund erkennt, ihn aufzuhalten.
Ein Bezirk für Runner¶
Für Runner ist der Aegis Spire eines der wertvollsten und gefährlichsten Ziele Angel Citys. Hier lagern Zugangsdaten, KI-Modelle, Konzernarchive und Überwachungsprotokolle für die gesamte Metropole. Ein einziger erfolgreicher Datendiebstahl kann eine Crew reich machen oder mehrere Konzerne gegen sie aufbringen.
Der Zugang erfolgt meist als Techniker, Berater, Student oder eingeladener Geschäftspartner. Gewalt hilft nur begrenzt, da die Arkologie Türen, Aufzüge und Versorgungssysteme selbst kontrolliert. Wer im Aegis Spire auffliegt, kämpft nicht nur gegen Sicherheitskräfte, sondern gegen das Gebäude selbst.

Blackridge Citadel¶

Die Blackridge Citadel ist Konzernzentrale, Militärbasis und befestigter Wohnbezirk in einem. Schwarzer Beton, rote Warnlichter, gepanzerte Tore und breite Aufmarschstrassen prägen den Komplex. Die Arkologie kontrolliert einen wichtigen Verkehrsknoten zwischen Corporate Town, Iron Channel und Mojave Gate.
In der Citadel leben Offiziere, Sicherheitsmanager, Techniker, Ausbilder und ihre Familien. Der Alltag folgt klaren Regeln, festen Abläufen und einer Unternehmenskultur, die militärische Disziplin mit wirtschaftlicher Effizienz verbindet.
Öffentliche Ebenen¶
Die unteren Ebenen enthalten Empfangshallen, Rekrutierungszentren, Ausstellungen und Konferenzbereiche. Besucher sehen Waffen, Fahrzeuge und Sicherheitslösungen in inszenierten Einsatzlandschaften. Veteranen, Familien und Geschäftsleute erleben Blackridge hier als verlässlichen Beschützer amerikanischer Interessen.
Zwischen den öffentlichen Bereichen liegen Restaurants, Geschäfte, Schulen und Sportanlagen. Uniformen sind allgegenwärtig, doch selbst zivile Bewohner tragen Firmenjacken, Abzeichen und registrierte Dataphones.
Ausbildung und Einsatzführung¶
In den mittleren Ebenen liegen Schiessanlagen, taktische Simulationszentren, Kasernen und Ausbildungsräume. Sicherheitskräfte trainieren Gebäudekampf, Konvoischutz, Aufstandsbekämpfung und den Einsatz autonomer Waffenplattformen.
Darüber befinden sich Führungszentren, Lagezimmer und Kommunikationsknoten. Von hier aus koordiniert Blackridge Einsätze in Angel City und weit darüber hinaus. Ganze Gefängnisse, Grenzanlagen und Konzernkriege können aus wenigen gesicherten Räumen gesteuert werden.
Wohnen in der Citadel¶
Die Wohnbereiche sind streng nach Rang und Funktion gegliedert. Einsteiger leben in standardisierten Apartments nahe den Kasernen, Spezialisten in grösseren Wohnungen mit Familienzugang und Führungskräfte in abgeschirmten Etagen mit privaten Gärten und direkter Verbindung zu den Einsatzebenen.
Schulen, Kliniken und Freizeitangebote fördern Disziplin, Fitness und Loyalität. Kinder nehmen früh an Sportprogrammen, Führungskursen und technischen Ausbildungen teil. Viele von ihnen treten später direkt in den Konzern ein.
Fahrzeughallen und Arsenale¶
Tiefe Ebenen beherbergen Werkstätten, Fahrzeugdepots, Munitionslager und schwere Waffenplattformen. Gepanzerte Fahrzeuge, Drohnen und Kampfroboter können innerhalb weniger Minuten in jeden Teil der Arkologie verlegt werden.
Die wichtigsten Arsenale sind vom übrigen Komplex getrennt und besitzen eigene Energieversorgung, Sicherheitssysteme und Transportaufzüge. Manche Lagerräume enthalten Ausrüstung, die offiziell noch nicht existiert oder bereits aus dem Verkehr gezogen wurde.
Sicherheit und Ordnung¶
Die Citadel ist sichtbar und massiv gesichert. Kontrollpunkte, bewaffnete Patrouillen und automatische Geschütze gehören zum normalen Stadtbild. Zugangsdaten werden ständig überprüft, Bewegungen protokolliert und ungewöhnliches Verhalten sofort gemeldet.
Interne Konflikte werden schnell und diskret gelöst. Mitarbeiter erhalten Beratung, Versetzung oder Disziplinarmassnahmen, bevor ein Problem öffentlich wird. Besucher, die ihre Berechtigung verlieren, stellen meist fest, dass jeder Fluchtweg bereits gesperrt ist.
Ein Bezirk für Runner¶
Für Runner ist die Blackridge Citadel eines der härtesten Ziele Angel Citys. Hier lagern Einsatzpläne, Gefangenenakten, Waffenprototypen und belastendes Material aus zahlreichen Corporate Wars. Ein erfolgreicher Zugriff kann eine Crew reich machen oder für den Rest ihres Lebens zur Zielscheibe erklären.
Der Zugang gelingt meist über Lieferverträge, Wartungsarbeiten, Gefangenentransporte oder militärische Identitäten. Gewalt ist nur selten der beste Weg, da die Citadel für Belagerung und innere Unruhen gebaut wurde. Wer auffliegt, kämpft nicht gegen einzelne Wachen, sondern gegen eine ganze Festung.
Helix Garden¶

Helix Garden ist Klinikstadt, Forschungszentrum und exklusive Wohnarkologie von Helix Dynamics. Weisse Fassaden, blaue Glasflächen, künstliche Wasserläufe und sorgfältig gepflegte Gärten prägen den Komplex. Hinter der ruhigen Oberfläche liegen Operationszentren, Organbanken, Cyberware-Labore und abgeschirmte Forschungsbereiche.
In der Arkologie leben Ärzte, Techniker, Forscher, Patienten und wohlhabende Langzeitkunden. Der Alltag ist sauber, ruhig und vollständig auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und körperliche Optimierung ausgerichtet.
Öffentliche Ebenen¶
Die unteren Ebenen enthalten Empfangshallen, Diagnosezentren, Apotheken, Rehabilitationsbereiche und Ausstellungen neuer Helix-Produkte. Besucher sehen Veteranen mit neuen Gliedmassen, Familien mit verbesserten Organen und Sportler, deren Leistungsfähigkeit medizinisch optimiert wurde.
Restaurants, Hotels, Boutiquen und Wellnessbereiche richten sich an Patienten und Begleitpersonen. Viele Räume wirken eher wie ein Luxusresort als wie ein Krankenhaus, doch jeder Zugang, jede Behandlung und jede Bewegung wird medizinisch dokumentiert.
Kliniken und Forschung¶
In den mittleren Ebenen liegen Operationssäle, Cyberware-Zentren, Genlabore und spezialisierte Rehabilitationsstationen. Helix behandelt Organversagen, Nervenschäden, schwere Verletzungen und die Folgen minderwertiger Implantate.
Abgeschirmte Forschungszonen entwickeln künstliche Organe, genetische Therapien und neue Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Einige Programme testen Produkte lange vor ihrer öffentlichen Zulassung. Patienten nehmen daran freiwillig teil, sofern ihre Verträge und Versicherungen diese Entscheidung vorsehen.
Wohnen im Garden¶
Mitarbeiter wohnen in hellen Appartements zwischen Innenhöfen, Grünanlagen und medizinischen Einrichtungen. Wohnungen passen Klima, Licht und Ernährung automatisch an Gesundheitsdaten und Arbeitsbelastung an. Familien erhalten Schulen, Sportanlagen und umfassende Vorsorgeprogramme.
Langzeitpatienten und wohlhabende Kunden bewohnen private Suiten mit eigenem Pflegepersonal. Manche kommen zur Rehabilitation, andere bleiben dauerhaft, weil ihre komplexe Cyberware nur innerhalb des Helix-Netzes vollständig gewartet werden kann.
Organbanken und Versorgung¶
Unter den sichtbaren Ebenen liegen Organlager, Produktionslabore und Kühlarchive. Dort werden künstliche Herzen, Nervenmodule, Ersatzgewebe und komplette Cybergliedmassen gelagert. Jede Einheit ist registriert, versichert und einem Kunden oder Vertrag zugeordnet.
Besonders wertvolle Bioproben befinden sich in getrennten Sicherheitsbereichen mit eigener Energieversorgung. Gerüchte sprechen von geklonten Organlinien, konservierten Persönlichkeitsdaten und Patienten, deren Behandlung offiziell nie stattgefunden hat.
Sicherheit und Kontrolle¶
Die Sicherheit ist diskret und medizinisch begründet. Sensoren überwachen Körpertemperatur, Stress, Implantatstatus und ungewöhnliche Bewegungsmuster. Türen können sich automatisch verriegeln, Aufzüge Patienten in Quarantänebereiche umleiten und vernetzte Cyberware in einen sicheren Modus versetzen.
Uniformierte Wachen treten selten offen auf. Helix setzt auf Klinikpersonal, zivile Sicherheitskräfte und automatische Systeme. Wer als Gefahr erkannt wird, erlebt zunächst eine medizinische Intervention und erst danach eine bewaffnete.
Ein Bezirk für Runner¶
Für Runner bietet Helix Garden seltene Cyberware, medizinische Daten, wertvolle Patienten und Forschungsergebnisse. Aufträge drehen sich um Proben, geheime Behandlungen, verschwundene Testpersonen oder Patienten, die den Komplex nicht verlassen dürfen.
Der Zugang gelingt meist als Patient, medizinisches Personal, Lieferant oder Begleitperson. Offene Gewalt ist riskant, weil die Arkologie ganze Bereiche abriegeln, Implantate beeinflussen und Eindringlinge mit Narkosegas oder automatischen Behandlungssystemen stoppen kann. Wer im Helix Garden auffliegt, wird möglicherweise nicht erschossen, sondern als medizinischer Notfall übernommen.
Sunward Skyhook¶

Der Sunward Skyhook ist ein gewaltiger Weltraumlift an der Küste von Santa Monica und eines der sichtbarsten Bauwerke der Incorporated States. Sein Basiskomplex ragt wie eine befestigte Stadt aus Glas, Stahl und weissem Beton über die Küstenlinie, während sich das Tragseil bis weit über die Atmosphäre hinaus erstreckt.
Der Skyhook verbindet Angel City mit Orbitalstationen, Solarkraftwerken und industriellen Anlagen im erdnahen Raum. Sunward Energy kontrolliert den gesamten Komplex, von den Passagierterminals bis zu den Frachtringen und den Energieanlagen, welche grosse Teile der Westküste versorgen.
Der Basiskomplex¶
Am Boden besteht der Skyhook aus mehreren miteinander verbundenen Türmen, Terminals und Versorgungsringen. Die unteren Ebenen enthalten Bahnhöfe, Parkhäuser, Hotels, Einkaufszentren und öffentliche Aussichtsplattformen. Darüber liegen Frachtterminals, Zollanlagen, Wartungsdocks und gesicherte Zugangszonen.
Der Komplex funktioniert wie ein eigener Stadtteil. Zehntausende Angestellte, Techniker, Piloten, Sicherheitskräfte und Dienstleister arbeiten hier rund um die Uhr. Viele leben in firmeneigenen Wohnblöcken direkt am Lift und verlassen das Gelände nur selten.
Aufstieg ins All¶
Passagiere und Fracht werden in mehrstöckigen Liftkabinen entlang des Tragseils transportiert. Die Reise dauert mehrere Stunden und führt durch atmosphärische Kontrollzonen bis zu den orbitalen Umsteigestationen. Luxuspassagiere reisen in privaten Kabinen mit Panoramafenstern, während Arbeiter und Frachtpersonal in funktionalen Transportmodulen untergebracht werden.
Jeder Aufstieg wird streng geplant. Gewicht, Energieverbrauch und Priorität entscheiden darüber, welche Ladung wann transportiert wird. Militärische Güter, Reaktorkomponenten und medizinische Notfracht erhalten meist Vorrang vor gewöhnlichen Passagieren.
Energie für die Westküste¶
Der Skyhook ist direkt mit dem Sunward Solarplex im Orbit verbunden. Riesige Solarkollektoren erzeugen dort Energie, die über Mikrowellen- und Lasersysteme zur Erde übertragen wird. Empfangsanlagen, Speicherfelder und Verteilerstationen rund um den Basiskomplex speisen einen erheblichen Teil der Westküste.
Sunward präsentiert den Lift als Beweis, dass Amerikas Energieversorgung keine natürlichen Grenzen mehr kennt. Gleichzeitig besitzt der Konzern damit die Möglichkeit, ganze Regionen über Tarife, Lieferprioritäten und Wartungsfenster unter Druck zu setzen.
Fracht und Orbitalindustrie¶
Ein grosser Teil des Verkehrs besteht aus Industriefracht. Maschinen, Satelliten, Reaktorteile, seltene Metalle und militärische Systeme werden zwischen Erde und Orbit bewegt. Einige Ladungen sind so wertvoll oder empfindlich, dass sie von eigenen Sicherheitscrews begleitet werden.
Die Frachtzonen bilden ein Labyrinth aus Lagern, Magnetschienen und automatischen Kränen. Container wechseln häufig zwischen Konzernen, Subunternehmen und orbitalen Kunden. Ein falsch deklarierter Transport kann Milliarden bewegen oder einen internationalen Zwischenfall auslösen.
Sicherheit und Kontrolle¶
Der Skyhook gehört zu den bestgeschützten Anlagen Angel Citys. Sunward unterhält eigene Sicherheitskräfte, Blackridge-Einheiten, Luftabwehrsysteme und maritime Sperrzonen. Jeder Besucher wird biometrisch erfasst, jede Fracht mehrfach gescannt und jeder Zugang permanent überwacht.
Die grösste Gefahr ist nicht ein gewöhnlicher Anschlag, sondern Sabotage an Energieversorgung, Liftsteuerung oder Tragseil. Schon ein kleiner Fehler könnte den Betrieb für Tage unterbrechen und die Energieversorgung ganzer Regionen gefährden. Entsprechend kompromisslos reagiert Sunward auf jede Unregelmässigkeit.
Leben am Skyhook¶
Rund um den Basiskomplex liegen Hotels, Konzernwohnungen, Restaurants und Vergnügungszonen. Touristen kommen für Aussichtsplattformen, Orbitalflüge und Führungen durch die Energieanlagen. Wohlhabende Gäste verbinden den Aufstieg mit Aufenthalten im Solarplex oder exklusiven Orbitalresorts.
Hinter den öffentlichen Bereichen leben Schichtarbeiter, Wartungstechniker und Frachtcrews in streng organisierten Wohnzonen. Ihr Alltag folgt Startfenstern, Energiezyklen und Sicherheitsstufen. Ein technischer Fehler kann nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch das Wohnrecht und den Zugang zur Küstenzone kosten.
Ein Gebiet für Runner¶
Für Runner bietet der Sunward Skyhook extrem wertvolle Ziele: Orbitalfracht, Energiedaten, Passagierlisten und Zugang zu Anlagen ausserhalb der Erde. Aufträge drehen sich um sabotierte Transportfenster, verschwundene Fracht, heimliche Passagiere oder Daten aus dem Solarplex.
Der Zugang ist jedoch schwieriger als bei fast jedem anderen Ziel in Angel City. Runner müssen sich als Techniker, Crewmitglieder, Geschäftsreisende oder Frachtpersonal einschleusen. Wer im Skyhook auffliegt, kann nicht einfach durch eine Seitengasse verschwinden. Zwischen ihm und der Freiheit liegen mehrere Kilometer kontrollierter Infrastruktur, der Pazifik oder der offene Weltraum.
VitaNova Agroplex¶

Der VitaNova Agroplex ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein mehrstöckiger Agrarkomplex von mehreren Quadratkilometern. Gewächshaustürme, Zuchtanlagen, Verarbeitungshallen, Lagerhäuser und Verteilzentren bilden eine künstliche Landschaft aus Glas, Stahl und bewässerten Ebenen. Ein grosser Teil der Anlage arbeitet vollständig automatisiert.
Der Agroplex versorgt Angel City mit synthetischem Fleisch, Getreideprodukten, Gemüse, Nahrungskonzentraten und industriellen Zusatzstoffen. Was hier wächst, wird oft wenige Stunden später verarbeitet, verpackt und über eigene Logistikachsen in die Stadt transportiert.
Die Agrarstufen¶
Die unteren Ebenen enthalten Tanks, Pilzfarmen, Algenbecken und Anlagen für synthetische Proteine. Darüber liegen mehrgeschossige Gewächshäuser mit Gemüse, Obst und patentierten Hochleistungspflanzen. Licht, Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoffe werden zentral gesteuert und permanent an Nachfrage und Marktpreise angepasst.
Auf den höchsten Ebenen wachsen Premiumprodukte für wohlhabende Kunden. Dort gibt es echten Boden, natürliches Sonnenlicht und Pflanzen, die nicht ausschliesslich auf Ertrag optimiert wurden.
Automatisierte Produktion¶
Ernte, Pflege und Transport übernehmen Roboter, Drohnen und autonome Fahrzeuge. Maschinen erkennen Krankheiten, entfernen Schädlinge und sortieren Produkte nach Grösse, Farbe und Nährwert. Menschen werden vor allem für Wartung, Kontrolle und Eingriffe bei Störungen benötigt.
Die Systeme sind effizient, aber stark voneinander abhängig. Ein Fehler in der Nährstoffsteuerung, eine manipulierte Software oder ein blockiertes Fördersystem kann innerhalb weniger Stunden ganze Produktionsebenen unbrauchbar machen.
Verarbeitung und Verteilung¶
Direkt an die Anbauzonen schliessen Schlachthallen, Bioreaktoren, Küchen und Verpackungswerke an. Dort entstehen VitaBurger, FamilyMeal, SunFlakes und Tausende weitere Markenprodukte. Geschmack, Konsistenz und Nährstoffgehalt werden je nach Zielgruppe, Bezirk und Versicherungstarif angepasst.
Eigene Bahntrassen, Lastwagenkorridore und Drohnenrouten verbinden den Agroplex mit Lagerhäusern und Verkaufsstellen in ganz Angel City. Die Anlage ist dadurch weniger ein Bauernhof als ein vertikaler Nahrungshafen.
Arbeiter und Wohnzonen¶
Techniker, Biologen, Logistiker und Saisonarbeiter leben in firmeneigenen Siedlungen am Rand des Komplexes. Wohnungen, Kantinen und Kliniken werden direkt über den Arbeitsvertrag abgerechnet. Die Versorgung ist stabil, das Leben jedoch vollständig auf Schichtpläne und Produktionsziele ausgerichtet.
Viele Arbeitsbereiche sind für Menschen nicht dauerhaft geeignet. Chemikalien, Sporen, hohe Luftfeuchtigkeit und aggressive Reinigungsmittel machen Schutzkleidung notwendig. Medizinische Probleme werden in VitaNova-Kliniken behandelt, damit Ausfälle kurz bleiben.
Forschung und Patente¶
In abgeschirmten Laboren entwickelt VitaNova neue Saatlinien, Nahrungskulturen und biochemische Zusatzstoffe. Jede Pflanze, Mikrobe und Zelllinie ist patentiert und darf nur unter den vorgesehenen Bedingungen verwendet werden.
Besonders wertvolle Kulturen lagern in gesicherten Saatgutbanken. Ein gestohlener Datensatz oder eine einzige Probe kann für Konkurrenten Milliarden wert sein und für ganze Regionen die Nahrungsversorgung verändern.
Sicherheit und Kontrolle¶
Die äusseren Bereiche werden von privaten Wachen und Drohnen überwacht. Im Inneren übernehmen Zugangssysteme, automatische Schleusen und biologische Sensoren die Kontrolle. Mitarbeiter dürfen sich nur in jenen Produktionsstufen bewegen, für die sie freigegeben sind.
Die wichtigste Sicherheit gilt weniger Eindringlingen als Kontaminationen. Bei einem Alarm können ganze Ebenen versiegelt, geflutet oder vollständig verbrannt werden, um die übrige Produktion zu schützen.
Ein Gebiet für Runner¶
Für Runner bietet der Agroplex Saatgutbanken, Biolabore, Lieferketten und leicht verwundbare Automatisierungssysteme. Aufträge drehen sich um gestohlene Kulturen, manipulierte Nahrung, verschwundene Arbeiter oder Beweise für nicht zugelassene Versuche.
Ein Einsatz kann schnell eskalieren. Wer die falsche Schleuse öffnet, löst vielleicht keinen Alarm aus, sondern eine Quarantäne, die mehrere Quadratkilometer Landwirtschaft gegen alles innerhalb ihrer Mauern abriegelt.